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Aktualisiert am 19.08.2019

Oktober 2000

Mit Zylinderhut und Zipfelmütze volkstümliche Blasmusik geboten
»Volkstümliche Blasmusikklänge« des Musikvereins Röllfeld ein toller Erfolg

Klingenberg- Röllfeld. Einen bunten Strauß volkstümlicher Melodien überreichte der Musikverein Röllfeld am Samstag seinem Publikum in der Jakob-Hemmelrath-Halle. Im rund vierstündigen Programm bot zuerst die Musikkapelle Röllfeld unter der Stabführung von Thomas Schmitz Beliebtes aus dem Repertoire berühmter Blaskapellen. Der zweite Teil gehörte den »Hünkelhöfern«, die unter der Leitung von Günther Weinkötz aufspielten. Die Musikkapelle Röllfeld startete den Unterhaltungsabend unter dem Motto »Volkstümliche Blasmusikklänge« mit den Erfolgen von Robert Payer und seiner Burgenlandkapelle. Als Sänger überzeugten bei »Grüß Gott Ihr Freunde« Dieter Berres und Tobias Schwarzer sowie beim Walzer »Wenn der Wein blüht« und der »Sorgenbrecher-Polka« Günther und Reinhold Weinkötz.
Schwungvolle Stücke sind das Markenzeichen der Blaskapelle »Mistrinanka«. Besonders die Solisten hatten hier Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Zunächst konnten die Zuhörer dem zarten Ansatz des hohen Blech-Registers im Solo-Stück »Fidele Trompeten« lauschen. Ein Leckerbissen war schließlich auch die Solo-Polka »Gesang der Lerche«, bei der Thomas Schmitz auf der Es-Klarinette brillierte. Im Programmblock »Elmar Wolf und die Neuen Egerländer« erklangen Melodien, bei denen die zahlreich erschienenen Besucher kräftig mitsingen durften. Zunächst hieß es »Auf die Vogelwiese geht der Franz«, danach wurde die »Slavonicka-Polka« angestimmt. Als Abschluss dieser Runde kam in der von Karlheinz Renz und Stefan Klug wundervoll herbstlich dekorierten Hemmelrath-Halle der klangvolle Marsch »Textilaku« zu Gehör.
Moderator Thomas Grein, der mit lustigen Geschichten und Gedichten rund um die Blasmusik durch den Abend führte, kündigte dann die großen Erfolge von Michael Klostermann und seinen Musikanten an. Neben dem Marsch »Tiroler Adler« erklang auch die »Glücksstern-Polka«, die sehr dynamisch vom Tenorhorn- und Bariton-Satz gestaltet wurde. Als »Meistertrommler« setzte sich danach der Schlagzeuger Mathias Weis gekonnt in Szene und erhielt dafür prasselnden Beifall.
Mitgesungen und mitgeklatscht
Huberts Wolfs Klassiker waren ebenfalls ein Publikumsrenner: Die Polkas »Jeder Tag bringt neue Hoffnung« sowie »Der Schornsteinfeger aus Eger« gaben Anlass zum Mitsingen und Mitklatschen. Zur geglückten Interpretation trugen bei letzterem Titel auch die eigens dafür besorgten original Kaminkehrer-Zylinderhüte bei. Unbestrittene Höhepunkte waren schließlich auch die Evergreens von Ernst Mosch und den Egerländer Musikanten. Zum Mitschunkeln bestimmt waren die Walzer »Rauschende Birken« und »Mondschein an der Eger«, eine Shownummer die »Löffel-Polka«, bei der Michael Berninger als Koch verkleidet mit seinen Löffeln für Stimmung im Saal sorgte. Mit der Polka »Gute Nacht«, bei der die Sänger Zipfelmützen trugen, und mit zahlreichen Zugaben verabschiedete sich die Musikkapelle Röllfeld vom beifallsfreudigen Publikum.
Danach war die neue Formation »Die Hünkelhöfer« an der Reihe. In kleiner Besetzung, so wie es Anfang des 20. Jahrhunderts üblich war, wurden vor allem original fränkische Stücke dargeboten. Darunter waren auch Werke heimischer Komponisten: Von Philipp Vill aus Mechenhard wurde beispielsweise der Rheinländer »An der Linde« intoniert oder vom Erlenbacher Paul Usinger der Walzer »Am Mainesstrand«. Die Blasmusikfreunde im Saal waren begeistert, diese selten aufgeführten Kleinode der Blasmusik wieder einmal zu hören. Mit den weiteren Stücken wie »Am Rande des Spessarts« oder »Der lustige Sepp« klang der gelungene Abend des Musikvereins Röllfeld gegen Mitternacht aus.

T.G.