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Aktualisiert am 19.08.2019

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Mal majestätisch, mal melancholisch
Adventskonzert: Röllfelder Musikverein stimmt vor barocker Kulisse der Kirche Maria Himmelfahrt auf Weihnachten ein

Klingenberg-Röllfeld. Die Kirchenglocken von »Maria Himmelfahrt« kündigten am Sonntag Abend das Adventskonzert des Musikvereins weithin an. Der barocke Kirchenraum bot eine prächtige Kulisse, um sich durch feierliche Orchestermusik und erhebende Gesangsdarbietungen auf das bevorstehende Fest einstimmen zu lassen.

Musikalische Überraschungen
Gleich drei musikalische Überraschungen hatte die Jugendkapelle des Röllfelder Musikvereins unter ihrem Dirigenten Thomas Schmitz vorbereitet. Sehr harmonisch wurde »Mary's Boy Child« interpretiert, stimmungsvoll »Hark! The Herald Angels sing« angestimmt sowie fröhlich und lebendig das englische Weihnachtslied »Jingle Bells« interpretiert. Ebenso gelungen gemeistert: Die Weihnachtsgeschichte, die in mehreren Teilen von sechs Jungmusikerinnen ausdrucksvoll während des Konzerts vorgelesen wurde.
Das Blasorchester des Musikvereins begann mit zwei Werken des Barock:
Zunächst erklang überaus majestätisch das berühmte »Te deum« von Marc-Antoine Charpentier. Genauso präzise und stilgetreu hatten Thomas Schmitz und seine Musiker »Die Feuerwerksmusik« von Georg Friedrich Händel mit ihren typischen Punktierungen und Trillern erarbeitet. Die verschiedenen Stimmungen wurden in der gemächlich-eleganten Ouvertüre, dem atmosphärischen Satz »Der Friede« oder im ausgelassenen Allegro »Das Freudenfest« vorzüglich umgesetzt. Besonders hervorzuheben dabei: Der harmonische Dialog zwischen Blech- und Holzblasinstrumenten, die sich bruchlos in der Melodieführung abwechselten.
Ein willkommener Ruhepol im Konzert: die Gesangseinlagen von Stefanie Lang, die einfühlsam von Michael Mallad an der Orgel begleitet wurde. Die Sängerin setzte in den drei ergreifenden Liedern »Ave Verum« (Karl Jenkins), »Ave Maria« (Camille Saint-Saens) sowie »Er weidet die Herd' wie ein Hirte« aus Händels Oratorium »Der Messias« auf ihr inniges und andächtiges Organ, so dass sich wahre meditative Stimmung einstellen konnte.

Heiter-dynamische Klänge
Auf gleiche Weise sorgte Thomas Schmitz auf seinem Sopran-Saxophon für vorweihnachtliche Atmosphäre. Im Solo »Emmanuel« interpretierte er ausdrucksstark und vom Blasorchester zurückhaltend untermalt die lyrisch-melancholische Melodie von Michel Colombier.
Weitere Höhepunkte im Programm: die Medleys mit Weihnachtssongs aus aller Welt. Im Potpourri »Fröhliche Weihnacht überall« von Karl Pfortner waren es vor allem die heimischen Lieder wie »Tochter Zion« oder »Kommet ihr Hirten«, die das bevorstehende Fest ankündigten. Das Blasorchester überzeugte auch dabei wieder mit abwechslungsreicher Dynamik und rhythmischen Kontrasten. Moderne Klänge hatte die Kapelle den Besuchern schließlich mit dem Medley »A Christmas Festival« von Manfred Schneider mit Pop-Songs wie »Last Christmas« von Wham oder »Rockin' around the christmas tree« zu bieten.
Der Applaus war den Akteuren am Ende sicher. Als gemeinsames Lied wurde noch »Wie schön leuchtet der Morgenstern« von Philipp Nicolai angestimmt, bevor die Konzertbesucher vom Musikverein mit dem fröhlichen »Feliz Navidad« von Jose Feliciano die Weihnachtswoche entlassen wurden.

Thomas Grein